„Durch das Tandem habe ich mir eine neue Wirklichkeit geschaffen“ 28.10.2019

Zu den schönsten Momenten im Leben von Diana Schreck gehört es heute, mit ihrer Familie auf dem quietschorangenen Falttandem von Bernds unterwegs zu sein. Der kleine Sohn sitzt dabei ganz hinten in einem kleinen Anhänger und kräht dann fröhlich vor sich hin. Dass sie noch einmal auf einem Fahrrad sitzen würde, war für Diana Schreck lange Zeit undenkbar. Denn 2004 erlitt sie einen Verkehrsunfall, der ein schweres Hirntrauma bei der jungen Frau hinterließ. Einen Monat lag sie im Koma. Über ein Dreivierteljahr kämpfte sie sich in einer Reha ins Leben zurück. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass sie heute mit ihrem Mann und dem Sohn glücklich zwischen Frankfurt und Würzburg in einer Kleinstadt lebt.

„Mein zweites Leben ist eines mit Behinderung“, erzählt Diana Schreck ohne Beschönigung. Es ist ein Leben mit Einschränkungen. An manchen Tagen kann sie sich gut konzentrieren und Dinge in ihrem Umfeld entsprechend schnell verarbeiten. An anderen ist sie davon überfordert und kann oft nicht so schnell reagieren wie vor ihrem Unfall. Auch ihr Gleichgewichtssinn wurde durch den schweren Verkehrsunfall in Mitleidenschaft gezogen. War die junge Mutter früher viel auf Inlineskates und mit dem Rad unterwegs, war daran nach dem Unfall natürlich nicht mehr zu denken. Ebenso wenig wie daran wieder Auto zu fahren.

Während ihrer Genesungsphase stieß Dianas Mutter auf den Fahrradhersteller Bernds, damals noch in Detmold ansässig. Die kleine Radmanufaktur vom Bodensee ist nicht nur bekannt für ihre hochwertigen Falträder, sondern auch für überzeugende Lösungen, um Menschen mit Handicap zu unterstützen, mobil sein zu können. Und so fuhr die junge Frau mit ihren Eltern 2007 zu den Bernds. Dort wurde diskutiert, vermessen und schließlich ein Falttandem mit niedrigem Einstieg maßangefertigt.

Zunächst fuhr Schreck mit ihrem Vater auf dem Tandem. Es war für sie der Beginn eines großen Glücks und einem Stück Freiheit, von dem sie vorher dachte, es für immer verloren zu haben. „Es war ein ganz neuer Schritt in meinem Leben. Durch das Tandem habe ich mir eine neue Wirklichkeit erschaffen. Es ist schön zu wissen, dass mich jemand stabilisiert und auf mich aufpasst. Und eine Erleichterung so etwas zusammen machen zu können.“ 

2013 zog Diana mit ihrem jetzigen Mann zusammen. Durch das Falttandem waren sie von Beginn an mobil und machten viele Ausflüge in der schönen Main-Spessart-Region. Der Längste war übrigens eine fast 40 Kilometer lange Strecke am Main entlang. 

„Das Schöne am Tandemrad ist auch, dass man sich immer unterhalten kann. So kündigt mir mein Mann zum Beispiel an, wenn ein Berg kommt oder es mal holprig werden könnte. Wir sind auf dem Tandem wirklich beieinander“, so Diana Schreck. Seit einiger Zeit ist auch Söhnchen Emil bei den Ausflügen in seinem Anhänger dabei. Und so erkundet die kleine Familie zusammen ihre Umgebung. Diana Schreck hat sich mit den bleibenden Schäden ihres Unfalls arrangiert. Sie akzeptiert, dass nicht mehr alles so geht wie vorher. Doch dass sie das so gut kann, hat auch mit der gewonnen Mobilität durch das Tandem von Bernds zu tun. 

„Jeder ist anders unterwegs“ lautet der Leitspruch von Thomas Bernds, dem kreativen Kopf und Radtüftler von Bernds. Seine Vision ist es, gerade auch Menschen mit Einschränkungen zu Mobilität und Lebensfreude zu verhelfen. Denn mit dem richtigen Rad kann fast jeder unterwegs sein. Ob mit Partner auf einem Falttandem, das man überall mitnehmen kann oder sogar alleine auf einem stabilen Dreirad. Thomas Bernds findet eigentlich immer eine maßgeschneiderte Lösung.

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JEDER IST ANDERS UNTERWEGS